dmDer Drogeriemarkt dm war schon immer in seinen Maßnahmen ein wenig umstritten. Vielleicht ist das auch ein Teil des Marketings, das viele Kunden direkt in die Filialen zieht. Der Gründer setzt sich seit Jahren für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein und musste dafür bisher viel Kritik einstecken. Dem Absatz in den dm Filialen hat diese „geschickte“ Meinung aber deutlich geholfen. Nun wagt der Drogeriemarkt wieder einmal die Konfrontation und vermarktet das öffentlich. Im aktuellen Fall stellt dm das Produkt Colgate an den Pranger. Nicht etwa, weil es von schlechter Qualität ist. Sondern weil sich der Hersteller doch glatt erbost hat, weniger Inhalt für den gleichen Preis zu bieten. Also eine Preiserhöhung durchführte.

Der neue Kampf der dm Drogeriefilialen

Ohne Kontroversen geht es bei dm anscheinend nicht. Die Zahncreme der Marke Dentagard war lange Zeit Bestandteil des Hauptsortiments und lag als 100 Milliliter Tube zum festen Preis von 75 Cent in den Regalen aller Filialen. Das hat sich nun schlagartig geändert. In den meisten Regalen hat dm nun werbewirksam ein Schild angebracht, in dem es nur noch heißt „Gleicher Preis bei weniger Inhalt: Da streiken wir“. Das Vorgehen wird kritisiert.

Der Hintergrund

Der Hintergrund wird eigentlich nicht so ganz klar und ist ein wenig verschwommen. Dm äußert sich nur dazu, das die Tube zwar den gleichen Preis behält aber nun anstatt 100 ml., nur noch 75 ml. enthält. Ob das der wirkliche Grund für dieses massive Vorgehen ist, bleibt unklar. Fakt ist aber, das auch die Verbraucherbehörde das Vorgehen von Dentagard kritisiert.

Trick mit kleineren Mengen

Der Trick ist seit Jahren bekannt. Unternehmen stehen vor zwei Möglichkeiten. Einer Preisanhebung, wobei der Inhalt gleich bleibt, aber der Preis steigt oder eben die von Dentagard verfolgte Version. Dabei bleibt der Preis gleich, nur die Menge wird reduziert. Letzteres wird aber von vielen Konkurrenzunternehmen und vor allem den Verbraucherbehörden gerne ausgeschlachtet.

Das sagt Colgate

Colgate-Palmolive, der Eigner der Marke Dentagard, ist durch den Beschuss der dm Filialen massiv unter Druck geraten. Das Unternehmen erklärt es mit den steigenden Preisen beim Einkauf und in der Verarbeitung. Eine entsprechende Preiserhöhung ist dabei Gang und Gäbe.

Will dm nur profitieren

Das die dm Drogeriekette ein so freundliches Kundenunternehmen ist, glaubt dabei wohl kaum jemand. Viel mehr schreit es nach einem gewieften Marketingzweck, um die Marke und das Unternehmen gesamthaft als Ehrlich und Günstig in der Öffentlichkeit weiter zu promoten. Das würde auch zu der Lebensweise des Gründers passen, der sich immer wieder für sehr soziale Themen engagiert, die so eigentlich überhaupt nicht umsetzbar sind, aber für ein gutes Image in der Öffentlichkeit sorgen und den Umsatz ansteigen lassen. Ob allerdings die Filialen selbst einmal Produkte boykottieren werden, die durch dm künftig teurer als jetzt verkauft werden, bleibt jedoch fraglich.

Bild: Gunjan Karun-Flickr.