Wir alle kennen die Problematik, dass der Strom in Deutschland immer teurer wird. Sicherlich ist eine große Ursache im Atomausstieg zu suchen. Der Alleingang hat viele andere Staaten in der EU verärgert. Neben hohen Kosten und fehlenden Planungen kommt es aber auch immer wieder zu Problemen im Netz, das sich auch auf andere Staaten auswirkt. Aber auch viele andere Punkte gehören zur Ursachensuche. Fakt ist, der Schock kommt immer öfters mit der Jahresrechnung. Schon im letzten Jahr wurde in vielen Haushalten der Strom unterbrochen, da die Rechnungen nicht mehr bezahlt werden konnten. In den letzten 3 Jahren sind diese Zahlen drastisch angestiegen. Besonders in den größeren Metropolen. Betroffen sind Hartz-IV Empfänger und Niedrigverdiener. Ohne Strom läuft in unserer modernen Welt nichts mehr. Die monatlichen Vorauszahlungen werden immer höher. Doch es gibt auch Hilfen, die in Anspruch genommen werden können.

Hilfe bei Härtefälle – Stromrechnung

Für Menschen mit wenig Geld steigt der Anteil des monatlichen Budgets für Energiekosten besonders deutlich an. Hier wirken sich bereits 2 Euro im Monat drastisch aus. Grund dafür ist, das die Niedriglöhne oder staatlichen Unterstützungen nicht im gleichen Maß gestiegen sind wie die Stromkosten. Blickt man alleine auf die Jahre von 2005 und 2011, habe es alleine beim Strom einen Anstieg um fast 40 Prozent gegeben.

Energiesparen und Energiesparlampen werden empfohlen. In der Regel sind die Energielampen aber oft nicht wirklich sinnvoll. Die Anschaffung ist teurer als wie bei den alten Glühlampen und die Nutz Zeit trotz anderer Aussagen oftmals geringer. Gleichzeitig sind Verbraucher beunruhigt wegen dem Quecksilber, das sich in den neuen Birnen befindet. Doch Alternativen sind kaum noch verfügbar. Bessere Elektrogeräte (Kühlschrank, Gefrierschrank, etc.) helfen ebenfalls beim Energiesparen. Dafür sind die Anschaffungskosten aber ebenfalls sehr hoch. Oftmals erscheint es da sinnvoller lieber den alten Stromfresser zu verwenden, bis er seinen Geist aufgibt. Unter dem Strich kommt das oft günstiger, als direkt in ein neues Gerät zu investieren. Ohnehin können sich viele Menschen mit Hartz-IV das auch nicht erlauben.

29,07 Euro monatlich für Strom vorgesehen

374 Euro ist der monatliche Regelsatz. 29,07 Euro sind dabei für den Strom vorgesehen. Eine Familie mit 3 Kindern kommt laut dieser Berechnung auf 80,99 Euro. Die Kosten sind jedoch fast immer weit höher. Dann muss bei den anderen Ausgaben gespart werden. Kann die Stromrechnung irgendwann nicht mehr bezahlt werden, erfolgt zwangsläufig die Sperre. Zusätzlich entstehen weitere Kosten für Zinsen, Sperrgebühren, Aufwand usw.

Als Härtefälle gelten vor allem Haushalte mit kleinen Kindern oder Menschen mit Behinderungen. Hier schaltet sich in der Regel das Sozialreferat oder je nach Bundesland eine andere Abteilung ein. Eine Stromabschaltung darf auch bei einem Rückstand nicht einfach so erfolgen. In der Stadt München stehen zum Beispiel eigens spezielle Berater zur Verfügung, die direkt vom Amt nach Hause kommen. In aller Ruhe und Gründlichkeit wird erforscht, wo und wie gespart werden kann. So kam es auch dazu, das alte Elektro-Großgeräte bei Bedürftigen kostenlos ersetzt wurden.

Sind die Stromkosten unüberschaubar geworden und droht eine Abschaltung, kann aber auch das Amt auf Antrag ein Darlehen gewähren. Das ist jedoch kein Muss und kann in jedem Einzelfall individuell entschieden werden.

Urteile zum Strom

So urteile das Sozialgericht in Frankfurt, zum Beispiel das Stromnachzahlungen aufgrund der Eckregelsatzregelung nicht als Darlehen bei ALG-II Empfänger (nach § 23 Abs. 1 SGB II) auszugleichen sind. Sondern als Kosten der Unterkunft. Diese muss in angemessener Höhe vom Amt übernommen werden.

29.12.2006, AZ. S 58 AS 518/05, Sozialgericht Frankfurt

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