Reifen

fritz zühlke / pixelio.de

Erst vor wenigen Tagen ließ uns ein erstaunliches Urteil aufhorchen, indem doch glatt eine Radfahrerin bei einem nicht selbstverschuldeten Unfall eine Mitschuld zugesprochen bekam. Grund war der fehlende Helm und das obwohl es keine gesetzliche Vorlage für eine Helmpflicht gab. Glücklicherweise wurde das Urteil durch den BGH widerrufen. Anders sieht das bei Autofahrern aus, die nicht pünktlich an den Wechsel von Winter- auf Sommerreifen (und andersherum) denken. Wer mit den falschen Reifen einen Unfall verursacht oder schuldlos einen erleidet, muss generell damit rechnen, dass die Versicherung weniger oder gar nichts bezahlt. Nicht zu vergessen bleibt das Bußgeld. Dennoch sind diese Regeln für Autofahrer verwirrend. Immerhin gibt es nur Zeiträume, aber keine präzisen Vorgaben. Allerdings soll in der Straßenverkehrsordnung künftig genauer erläutert werden, was zum Beispiel unter winterlichen Wetterverhältnissen zu verstehen ist. Interessant ist allerdings, dass der Begriff Winterreifen aus juristischer Sicht gar nicht existiert. Hierzu gibt es in der Straßenverkehrsordnung lediglich ein Verweis auf M+S Reifen.

Reifen: Das sagt der Gesetzgeber
Gemäß dem Gesetzgeber müssen „Winterreifen“ dann vorhanden sein, wenn Schneeglätte, Glatteis oder ähnliches vorhanden ist. Die sogenannten Winterreifen müssen dabei die Eigenschaften der Richtlinie 92/23/EWG erfüllen. So sollen die M + S Reifen vor allem bessere Fahreigenschaften bei Match und Schnee gewähren.- Also hochwertige Reifen, die einem Fahrzeug bei Schnee und Glätte ausreichend Fahrsicherheit gewährleisten.

Fester Zeitraum für die Winterreifenpflicht

Genau hier kommt es häufig zu Verwirrungen. Der Gesetzgeber hat keinen expliziten Zeitraum benannt, wann die Pflicht einsetzt. Lediglich wurde der Wetterzustand näher beschrieben, der eine Winterreifenpflicht erforderlich macht. Experten empfehlen daher einen Zeitraum von Oktober bis hin zu Ostern. Wer mit den falschen Reifen fährt, muss aber bei einem Unfall nicht nur mit Konsequenzen bei der Versicherung rechnen.- Sondern auch mit Strafen, die in der Regel durch ein Bußgeld erfolgen. So ist in § 2 Abs. 3a StVO ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro aufgeführt, zuzüglich eines Punkts im Fahreignungsregister. Kommt es zusätzlich zu einer Behinderung im Straßenverehr durch falsche Reifen, kann sich das Bußgeld bis zu 80 Euro erhöhen.

Ausnahmen bei der Winterreifenpflicht
Generell gilt die Winterreifenpflicht aber zunächst nur für normale PKW und Motorräder. Bei LKW und Bussen hingegen muss nur die Antriebsachse mit den Reifen versehen werden. Land- und Fortwirtschaftliche Nutzfahrzeuge sind ebenfalls von der Pflicht ausgenommen.

Reifen: Auf Profil achten

Doch nicht nur die Reifen für die richtige Jahreszeiten sind ein wichtiger Punkt für jeden Autofahrer. Auch die Profiltiefe sollte ständig gegengeprüft werden. Bei einer Kontrolle geraten Reifen immer mehr in den Fokus. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von 1,6 Millimeter. In der Regel reicht es aus, den Reifen alle 6 Wochen zu kontrollieren. Hierzu gibt es im Fachhandel einen Profiltiefen-Prüfer. Alternativ kann auch ein Lineal genutzt werden, das sich jedoch häufig als ungenau erweist. Wer sich mit Reifen fortbewegt, die beim Profil bereits unterhalb der gesetzlichen Vorgaben liegen, kann bei einem Unfall den Versicherungsschutz verlieren. Ein hochwertiger Reifen kann lange halten. Wer nur wenig fährt, sollte jedoch den Reifen spätestens nach 8 Jahren auswechseln (lassen). Auch wenn noch genügend Profil vorhanden ist, wird nach 8 Jahren das Gummi hart und spröde.