Den eigenen Partner kontrollieren oder bei ihm zu spionieren ist für viele Undenkbar. Aber nur, wenn die Befragungen direkt erfolgen. In anonymen Studien geben die meisten an, es bereits einmal, andere sogar mehrmals, gemacht zu haben. In Zeiten von Facebook und Co. wird das Spionieren aber auch das Fremd-Flirten immer einfacher. Grenzen verwischen sich. Es fällt nicht immer leicht, das eigene Handeln objektiv zu beurteilen.

Das Handy

Unser mobiler Begleiter ist das ideale Werkzeug zum Spionieren. Die meisten Partner haben schon einmal einen Blick auf die Kontaktlisten und SMS Nachrichten geworfen. Andere blicken direkt auf die monatliche Rechnung mit dem Einzelnummernachweis. Doch ist das moralisch wirklich in einer Partnerschaft vertretbar? Eine schwierige Antwort. Vertrauen heißt hier das Zauberwort. Doch das ist immer einfacher gesagt, als es in der Wirklichkeit tatsächlich ist. Tagtäglich werden wir in den Medien massiv beeinflusst. Auf den Privatsendern laufen Serien für Jugendliche, in denen jeder mit jedem ins Bett geht. In dem das Wort Treue nur ein vorübergehender Zustand ist. So reicht bereits eine merkwürdige Situation des Partners aus, um misstrauisch zu werden. Doch wo sind die Grenzen? Auch das ist eine schwierige Frage in der heutigen Zeit. Jeder hat schon einmal einen Blick in das Handy seines Partners geworfen. Ist das ein richtiges Verhalten? Mit Sicherheit nein. Aber es ist nachvollziehbar. Bedenklich wird es erst, wenn heimlich Software oder sonstige Apps zur Ortung installiert werden. Das ist zugleich auch strafbar und kann verfolgt werden.

Das Internet

Viel schlimmer ist es noch im Internet. Der Partner chattet ständig mit der gleichen Person. Ist das vielleicht ein schlechtes Zeichen?- Vielfach sollte man bedenken, das gerade junge Menschen im Internet sehr freizügig mit Gedanken und Wörtern umgehen. Wer schreibt „meine Süße“ muss das heute nicht mehr in Zusammenhang mit sexuellen Anspielungen verwenden. Oft wird es ganz harmlos und beiläufig im Internet genutzt. Selbst unter Personen, die sich erst seit Kurzem kennen. Die Möglichkeiten sind groß und vielfältig. Nicht immer ist es so, wie es aussehen könnte. Aber es kann durchaus etwas Wahres dran sein. So stellt sich die Frage, ob Männer und Frauen nur befreundet sein können?  Viele, die anonym befragt werden, geben an, schon einmal den Mail- oder Facebook-Account des Partners geknackt zu haben. Das mag vielleicht gedanklich in einigen Situationen verständlich sein, ist jedoch ebenfalls sehr bedenklich. Auch hier ist es ganz klar eine Straftat, selbst wenn beide zusammenwohnen. Aber noch viel schlimmer ist der Vertrauensbruch.

Eifersucht treibt uns zu den seltsamsten Dingen

Unsere Eifersucht kann uns zu Dingen außerhalb unserer moralischen Vorstellungen verleiten. Eifersucht kennt keine Grenzen und kann Jeden treffen. Sicherlich ist es auch ein Zeichen von Liebe. Doch es gibt Grenzen. Werden diese überschritten, wandelt sich Eifersucht schnell in krankhaftes Verhalten. Eine moderate Form gehört sicherlich in jede Beziehung. Eine Partnerschaft, die keine Eifersucht kennt, ist nicht wirklich von Liebe geprägt. Liebe und die Verbindung zwischen zwei Menschen ist eine Exklusivität. Doch die Exklusivität endet da, wo die krankhafte Eifersucht einsetzt. Manchmal wird diese aber auch instinktiv eingesetzt. Frauen oder Männer provozieren ihre Partner und nutzen dabei die Eifersucht als eine Art Messinstrument. Vielfach lässt sich damit in der Tat die Stärke der Beziehung testen.

Reden und Diskutieren

In solchen Situationen ist es fast unmöglich, eine pauschale Lösung vorzuschlagen. Wer so etwas schon einmal erlebt hat, kennt ebenso die Situation im Freundeskreis. Jeder rät etwas anderes. Manchmal ist es aber doch einfach sinnvoll, sich mit seinem Freund oder seiner Freundin am Abend gemütlich hinzusetzen und frei über Gedanken, Probleme und Misstrauen zu sprechen. Nehmen Sie sich Zeit und machen Sie es auf keinen Fall zwischen Tür und Angel. Vor allem ist Ruhe wichtig. Sind Sie noch über ein mutmaßliches Verhalten ihres Partners erregt, kühlen Sie sich zunächst ab. In diesem Zustand enden Gespräche generell in einem Desaster.

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