Der Schlüsseldienst ist in den Medien praktisch immer der Buh-Mann. Aus diesem Grunde wollen wir einmal ein Blick auf die Rechte der Kunden werfen. Geht es nach dem Schlüsseldienst, hat der Kunde praktisch keine Ansprüche. Die Realität sieht aber oft ganz anders aus. Da wäre zunächst die Frage, was ein Schlüsseldienst überhaupt berechnen darf. Grundsätzlich sei anzumerken, dass der Dienstleister frei bei der Gestaltung seiner Rechnung ist. Jedoch nur solange diese nicht als Wucher (siehe Bürgerliches Gesetzbuch) anzusehen sind.

Schlüsseldienst und der Preis

SchlüsseldienstDie Gerichte sehen in der Regel einen angemessenen Preis bei um die 100 Euro (ohne Zuschläge). Das OLG Frankfurt (Az. 6 W 218/01) hat sich dazu bereits sehr deutlich geäußert. Ist die Rechnung um 100 Prozent höher als der ortsübliche Preis, handelt es sich um Wucher. Sonderzuschläge für Sonn- und Feiertage dürfen grundsätzlich erhoben werden.

Als nicht zulässig gelten aber folgende Posten: Sofortzuschlag, Bereitstellung und Spezialwerkzeug. Immerhin setzt eine Notöffnung eine sofortige Handlung voraus. Wenn ein Schlüsseldienst dafür einen Sofortzuschlag verlangt, ist das nicht nur dreist, sondern auch nichtig.

Werfen Sie übrigens auch einen Blick auf Ihre Hausratsversicherung. In einigen Verträgen ist die Kostenübernahme für den Schlüsseldienst enthalten.

Vor Auftrag anfragen

Bevor Sie den Schlüsseldienst beauftragen, sollten Sie sich über die konkreten Preise erkundigen. Gehen Sie dabei ins Detail. Kosten für Stundensatz und Fahrkosten sollte er Ihnen genauso verbindlich wie mögliche Aufschläge benennen.

Schlüsseldienst – Augen auf

Einfach ist es, wenn die Tür nur ins Schloss gefallen ist. Dann reicht ein normaler Draht zur Öffnung. Sollte der Schlüsseldienst dabei jedoch Gewalt anwenden, sollten Sie misstrauisch werden. Bei der gewaltsamen Methode kann der Anbieter oft mehr in Rechnung stellen …

Einen Vertrag vor dem Öffnen müssen Sie keinesfalls unterschreiben! Hierfür gibt es keine rechtliche Grundlage. In solchen Fällen sollten Sie lieber einen anderen Schlüsseldienst beauftragen.

Muss ich BAR bezahlen

NEIN. Der Schlüsseldienst kann keine Barzahlung von Ihnen verlangen. Sie können auf eine ordentliche Rechnung (die zugesandt wird) bestehen. Sollte der Schlüsseldienst mit der Polizei drohen, kann dabei nichts passieren. Die Rechnung darf vom Schlüsseldienst aber immer nur dann gestellt werden, wenn dieser wirklich erfolgreich gewesen ist.

Wurde eine überhöhte Rechnung bezahlt, können Sie diese auch noch später zurückfordern. Das jedoch funktioniert in allen Fällen nur über eine Klage beim zuständigen Gericht. Sinnvoll ist das nur, wenn die Rechnung über 300 oder 500 Euro ausgefallen ist. Ein Sachverständiger wird dabei fast immer angehört.

Hinweis: Unser Artikel gibt die allgemeine Aussage von Experten im Sinne einer journalistischen Recherche wieder und stellte keine Rechtsberatung da.

 

Bild: gammelstaad/piqs.de