Immer mehr Deutsche essen Sägespäne. Das was sich nach einem Scherz anhört, ist schon seit vielen Jahren Realität. Besonders Kinder sind davon betroffen. Wer sich einen Obst-Fruchtjoghurt aus dem Supermarkt holt, findet darin nicht etwas Obst, sondern eben besagte Sägespäne. Diese sorgen für den fruchtigen Obstgeschmack.

Doch im Joghurt selbst steckt heute kein oder nur noch prozentual kaum wahrnehmbares Obst. Und auch das ist kein Scherz. Selbst die Premiummarken verarbeiten auf 1 Kilo Joghurt gerade einmal zwei Erdbeeren. Und das auch nur, um mit einem Fruchtanteil werben zu können. Ist auf der Verpackung ein Hinweis „mit Frucht“ vermerkt, müssen gerade einmal 6 Prozent Obst tatsächlich enthalten sein. 2 Erdbeeren auf ein Kilo reichen also aus. Bei Fruchtzubereitungen wird es noch schlimmer. Hier reicht bereits ein Obstanteil von 3,5 Prozent. Steht Fruchtaroma auf der Packung, ist kein Obst enthalten.

Sägespäne schmecken besser als Erdbeeren

So reagieren die Verbraucher. Sie bemerken den Unterschied nicht. Sägespäne und andere Mikroorganismen ersetzen die Erdbeeren im Joghurt. Der Unterschied lässt sich für den Laien nicht herausschmecken. Manchen mundet der Erdbeeren-Joghurt besonders gut. Die Farbe wird dann mit Roter Beter erzeugt.

Doch es kommt noch schlimmer. Nicht nur Sägespäne helfen dem Joghurt zu diesem tollen Geschmack. Auch Algen sind vielfach enthalten. Die Algen sind dann die angedickten Klümpchen, die Obststückchen im Joghurt suggerieren sollen. Auch hier schmeckt kein Verbraucher den Unterschied. Jeder geht davon aus, auf ein Stück Obst zu beißen, dabei sind es nur verdickte Algenrückstände.

Alles Natürlich

Übrigens dürfen Joghurts mit Sägespäne weiterhin das Siegel „Natürlich“ tragen, sofern sie gemeinsam mit Geschmacksstoffen eingekocht wurden. Wer diesem Cocktail aus Unnatürlichkeit entgehen möchte, sollte sich die Zeit nehmen, um Joghurt selbst herzustellen. Das ist zeitlich aufwändiger, schmeckt aber am Ende viel besser und die Sägespäne sind auch nicht enthalten!

 

Bildquellenangabe: Tim Reckmann  / pixelio.d