Auch das Festgeldkonto kann zu einer interessanten Anlage werden. Vor einigen Tagen hatten wir ja bereits über das Tagesgeldkonto berichtet. Im Gegensatz dazu bietet das Festgeldkonto jedoch keine ständige Verfügbarkeit an. Dafür jedoch fallen im Gegenzug die gewährten Zinsen in der Regel höher aus. Aber auch hier ist das Kleingedruckte natürlich maßgebend.

Festgeldkonto Die Unterschiede

Im Grunde ist das Festgeldkonto genauso ausgelegt wie das Tagesgeld. Jedoch bestehen meistens 2 Unterschiede. Zu einem ist das Festgeldkonto nicht sofort verfügbar. Das Geld wird für einen Mindestzeitraum angelegt. Danach entscheidet sich auch die Zinshöhe. Zum anderen verlangen die meisten Anbieter auch die Einzahlung eines Mindestbetrags. Auch davon macht sich die Höhe der Zinsen abhängig. In der Regel sind die Zinsen aber dafür höher.

Wie kann ich ein Festgeldkonto eröffnen

Auch das geht recht schnell. Die meisten Banken und sonstigen Anbieter haben auf Ihren Webseiten das Antragsformular als PDF eingefügt. Sie können dieses dort direkt ausfüllen und gemeinsam mit einem Post-ID Formular ausdrucken. In einer beliebigen Postfiliale werden danach Ihre Personalien geprüft. Das gesamte Verfahren ist kostenlos. Bereits einige Tage später haben Sie alles, was Sie für das Festgeldkonto benötigen. Eine Karte gibt es in der Regel auch für dieses Konto nicht.

Was kann es

Mehr als Zinsen erwirtschaften, ist beim Festgeldkonto nicht möglich. Im Gegensatz zum Tagesgeld sind hier die weiteren Zahlungsmöglichkeiten eingeschränkt. Die Ein- und Auszahlung ist fast immer nur auf ein hinterlegtes Girokonto möglich, das dem Kontoinhaber zuzuordnen sein muss. Eine Auszahlung ist nur dann möglich, wenn die Bindungsfrist abgelaufen ist.

Wie lange muss ich mich binden

Das ist je nach Anbieter sehr unterschiedlich. Wichtig ist aber, um so länger die Zinsbindung besteht, desto höher sind die Zinsen. Allerdings sind diese oft wieder viel niedriger als bei anderen Anlageformen über den gleichen Anlagehorizont. Insofern sollte ein Festgeldkonto gut überlegt sein. Viele Anbieter bieten eine Zinsbindung ab 6 Monaten bis zu 5 Jahren an. Unter 12 Monaten macht es oft jedoch keinen Sinn, die Zinsen sind einfach zu niedrig. Lange Laufzeiten über 3 Jahren machen ebenfalls kaum Sinn. Viele Banken kalkulieren den Höchstzinssatz für eine mittlere Laufzeit. Darüber sinkt dieser automatisch.

Jedoch bestehen oft bestimmte Mindestanlagesummen, die eingezahlt werden müssen. Auch darf bei einem gewährten Zinssatz der Anlagebetrag nicht zu hoch sein. Es bestehen fast immer beim Festgeldkonto Maximalsummen. Insgesamt sollten Sie vorab die Rahmenbedingungen sehr genau lesen!

Festgeldkonto vorzeitig kündigen

Wenn Sie dringend das Eingezahlte benötigen, können Sie das Festgeldkonto auch vorher kündigen. Allerdings nur mit hohen Verlusten. Viele Banken weigern sich auch gerne dabei und verneinen eine vorzeitige Auflösung. Neben einer hohen Bearbeitungsgebühr kann eine vorzeitige Kündigung den Entfall der Zinsen bedeuten oder es wird nur ein minimaler Zinssatz ausgezahlt. Insgesamt erweist sich damit ein Festgeldkonto als nicht unbedingt sinnvolle Anlage. Wer über einen längeren Zeitraum seine Anlage plant, sollte also nicht zu einem Festgeldkonto greifen. Die Zinsen anderer Anlageformen sind oft deutlich höher beinahe genauso sicher und bieten bedeutend bessere Kündigungsmöglichkeiten.

Kündigungsfall

Wer in seinem Vertrag eine automatische Rückzahlung bei Fälligkeitsdatum auf ein Referenzkonto stehen hat, kann glücklich sein. Das jedoch ist nicht bei jedem Festgeldkonto tatsächlich üblich. Einige Anbieter haben dazu die Klausel, dass der Anleger vor/mit Fälligkeit den Vertrag kündigen muss. Geschieht dieses nicht, läuft der Vertrag automatisch mit einer neuen Frist weiter.

Wie sicher ist es

Das Festgeldkonto in der EU ist generell durch den Einlagensicherungsfonds für private Einlagen bis zu 100.000 Euro geschützt. Darüber kann es zu einem Totalverlust kommen. Solange der Anbieter seinen Sitz (auch gemeldete Filiale) in Deutschland oder einem europäischen Land hat, greift der Sicherungsfonds.

Für wen lohnt es sich

Die Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Das Festgeldkonto hat viele Haken und bieten in dieser Relevanz einfach zu wenig Zinsen. Wer jedoch auf einen bestimmten Geldbetrag längere Zeit verzichten kann und sich bei der Anlage um keine Details kümmern möchte, findet mit dem Festgeldkonto sicherlich die ideale Form. Interessant kann es auch für den Nachwuchs sein. Wobei meistens Teilbeträge geleistet werden, was beim Festgeldkonto nicht immer möglich ist. Wer sich über 2 Jahre fest binden möchte, sollte sich zuvor über andere Anlageformen informieren. In der Regel lassen sich weit aus bessere Möglichkeiten als ein Festgeldkonto finden.

Können sich ein Festgeldkonto und ein Tagesgeldkonto lohnen

Ja und Nein. In der Regel bietet sich eine attraktive Kombination. Letztendlich ist die steuerliche Freistellung aber maßgebend, ob am Ende etwas übrig bleibt.

 

Foto: Artikelbild by Andreas Hermsdorf / pixelio.de; Bild im Artikel by REK / pixelio.de