Liebesdroge und jede Partnerschaft wird unendlich …

Viele von uns verbinden mit dem Wort Liebe Schmetterlinge im Bauch und romantische Dates. Er oder Sie soll der Einzige sein, mit dem unendliche Gefühle erlebt werden. Sex mit dem geliebten Partner ist das Schönste auf der Welt. Doch zunächst muss man einen Partner finden, in den man sich verlieben kann. Und dann muss die Liebe aufrecht gehalten werden.  Doch dem muss nicht so sein. Liebe ist aus wissenschaftlicher Sicht eine Mischung aus Hormonen und Trieben, die in unserem Gehirn entstehen. Das Ziel dabei ist die Fortpflanzung und Aufzucht unserer Nachkommen. Das ist ziemlich unromantisch.

Liebe einfach erzeugen

Immer wieder diskutieren wir Menschen, ob Liebe nicht einfach erzeugt werden kann. Einige behaupten, Liebe kann nur wirklich dann  entstehen, wenn der Mann oder die Frau den richtigen Partner trifft. Andere sagen, man kann sich in jeden Verlieben. Dazu muss man nur seine Gedanken auf eine Person projektieren. Sicherlich trifft beides in der einen oder anderen Art zu. Doch wäre es nicht viel einfacher, Liebe mit einer Tablette zu erzeugen?

Brian Earp, ein Wissenschaftler an dem RWTH Aachen in Deutschland forscht genau daran. Eine Pille mit Hormonen, die dabei helfen soll, Gefühle künstlich zu erzeugen. Seine so genannten Liebesdrogen sollen auf neurologischer und psychologischer Ebene arbeiten. Ethik und Moral? – Sind fehl am Platz. Für den Wissenschaftler stehen gut funktionierende Partnerschaften gleichbedeutend mit Wohlbefinden und Gesundheit. Also warum nicht gleich mit Drogen nachhelfen.

Von der Steinzeit zur Tablette

Nach der Auffassung des Wissenschaftlers bewegen sich Teile unseres Gehirns noch in der Steinzeit. Demnach sei unsere Neurochemie nicht auf die moderne Welt ausgelegt. Liebesdrogen sollen für dieses Problem eine Ergänzung und Erweiterung bieten. Das Kuschelhormon Oxytocin spielt dabei eine tragende Rolle. Unser Gehirn schüttet dieses vor allem bei freudigen Ereignissen aus. Beim Sex, bei einem guten Essen …

Das Hormon kann aber auch die Kommunikation und das Vertrauen verbessern.  So kann, nach Ansicht des Wissenschaftlers, Oxytocin gezielt eingesetzt werden, um die Kommunikation und das Vertrauen in einer Partnerschaft zu verbessern.  Damit könnten wir also durch eine leichte Manipulation jede Partnerschaft stärken. Statt auf natürliche Gefühle zu vertrauen, nutzen wir vielleicht in ein paar Jahren schon Tabletten.

Die Auffassung von Earp geht sogar noch weiter. Ethisch sei es richtig, mit einer Hormontablette eine Beziehung zu retten, wenn zum Beispiel ein Kind dabei im Spiel ist.

Artikelbild by stockvaul, Adam Garza