Schwitzen im Sommer aber auch an kälteren Tagen ist mittlerweile zu einer vielfach erkennbaren Erscheinung geworden. Immer mehr Bundesbürger leiden unter Schwitzen, bei schon kleinsten Tätigkeiten oder Bewegungen. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Falsches essen, Bewegungsmangel aber auch falsche Getränke können das Schwitzen erst recht anfachen. Beim Schwitzen wird aus den Schweißdrüsen ein wässriges Sekret abgesondert. Der Schweiß verdunstet allerdings rasch, was wiederrum dem Körper Wärme entzieht. Schwitzen ist damit nicht nur ein Problem, sondern auch ein lebenswichtiger Prozess, der den Körper vor einer möglichen Überhitzung schützt. Je nach Temperatur kann dabei unser Körper mehrere Liter beim Schwitzen absondern. Was auf der einen Seite nützlich ist, ist für Leidtragende, die besonders leicht Schwitzen ein grundsätzliches Problem. Besonders dann, wenn die Temperaturen steigen oder das Wetter schwül ist. So kann die eigentliche Schweißproduktion beim Schwitzen über die normale, erforderliche Menge hinausgehen. In diesem Fall spricht man von einer Hyperhidrose. Eine Hyperhidrose führt in der Regel immer wieder auch zu sozialen und beruflichen Einschränkungen. Dabei kann das „starke Schwitzen“ am gesamten Körper auftreten. Es kann aber zugleich auch ein Alarmzeichen dafür sein, das die Schilddrüsen erkrankt sind. Ist das starke Schwitzen jedoch nur auf bestimmte Körperpartien beschränkt (z.B. Achsen, Füße, etc.) sprechen Experten hierbei von einer fokalen oder lokalen Hyperhidrose. In der Regel wird das Schwitzen durch eine Überstimulation der Drüsen hervorgerufen.

Schweiß bekämpfen
Es gibt viele Ansatzpunkte, um das Schwitzen effektiv bekämpfen zu können. An erster Stelle sollten im Kampf gegen zum Beispiel Achselschweiß dabei jedoch zunächst Antiperspirant Deos stehen. Im Handel gibt es dafür viele Produkte, die hilfreich eingesetzt werden können. Beliebt ist zum Beispiel Zero, ein Produkt, das nicht nur Hautverträglich, sondern auch langfristig vor Achselschweiß schützt. Damit kann das Schwitzen in der Regel effektiv eingeschränkt oder sogar über einen längeren Zeitraum ganz unterbunden werden.

Schwitzen – So entsteht der Schweiß

Unser Körper besitzt zwei unterschiedliche Arten von Schweißdrüsen. Zu einem die ekkrinen und zum anderen die apokrinen Düsen (gerne auch als Duftdrüsen bezeichnet). Dabei sind die ekkrinen Düsen die verantwortlichen für das Schwitzen. Mehrere Millionen davon verteilen sich über unseren gesamten Körper. In unserer Haut sind sie eingeknäult und produzieren fortwährend den wässrigen, geruchslosen Schweiß. Die Dichte der Drüsen kann erheblich von Mensch zu Mensch variieren. Durchschnittlich befinden sich die meisten davon an der Ellenbeuge (ca. 750 Drüsen pro cm²) und an den Fußsohlen (ca. 600 Drüsen pro cm²). Wieviel nun beim Schwitzen abgegeben wird, wird meistens über Impulse gesteuert, die direkt von dem sympathischen Nervensystem ausgehen. Der Neurotransmitter Acetylcholin spielt beim Schwitzen eine bedeutende Rolle. Gibt das Thermoregulationszentrum, das sich im Gehirn befindet, den Befehl für das Schwitzen, wird an den Nervenenden Acetylcholin freigesetzt.

Woraus besteht Schweiß
Der Hauptbestandteil ist Wasser. Dieses enthält neben Salzverbindungen auch Säuren und viele andere Substanzen (z.B. Natrium, Zink, Eisen, Phosphat, etc.). Der Geruch ist dabei von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Experten sprechen beim Duft, der durch das Schwitzen entsteht, von individuellen und geschlechtsspezifischen Unterschieden. Dabei wird der Geruch aber auch maßgeblich durch den pH-Wert der Haut und die Bakterienstämme beeinflusst. Ist das Schwitzen bei Männern eher stechend, so lässt sich der Duft bei den Frauen als eher säuerlich bezeichnen.

Schwitzen- Was tun

Zunächst sollte jedem bewusst sein, das Schwitzen gesund ist. Führt ein übermäßiges Schwitzen jedoch zu einer Beeinträchtigung, sollte der Grund ermittelt werden. In beiden Fällen kann zunächst ein Antitranspirant helfen. Wer aber ständig Schweiß selbst bei kleinsten Anstrengungen überall auf dem Körper (auch außerhalb der warmen Tage) verspürt, sollte seine Schilddrüsenfunktion überprüfen lassen. Ein übermäßiges Schwitzen kann aber auch darauf hindeuten, das eine starke Übersäuerung vorliegt. In diesen Fällen raten viele Ärzte zu einer Entschlackungsdiät oder auch Basenpulver. Damit werden die Säuren abgepuffert.

Aber auch Salbei kann die Schweißproduktion drosseln und das Schwitzen damit einschränken. Dabei werden zwei Teelöffel geschnittene Salbeiblätter in eine Tasse mit siedendem Wasser gegeben. Der Sud sollte ungefähr 10 Minuten (abgedeckt) ziehen. Der Tee sollte vor dem trinken unbedingt abkühlen, andernfalls wird die Schweißbildung erneut angeregt. Damit der Genuss ein wenig leichter fällt, kann auch ein wenig Honig dazu gegeben werden. Aber die Liste mit den Gründen, die zum Schwitzen führen kann, ist lang. Bewegungsmangel, falsches Essen, Rauchen, Wassermangel sind nur einige der möglichen Punkte. Um die genauen Ursachen bei zu starkem Schwitzen ergründen zu können, hilft oft nur der Besuch beim Arzt.

Botox gegen Schweiß

Seit einiger Zeit wird auch Botox mit Erfolg gegen Schwitzen angewandt. Dabei spritzen Ärzte das Botox (Botulinumtoxin) in den Achselbereich. Das Gift hemmt die Impulsübertragung, wodurch der Schweiß viel gemäßigter fließt. Die Behandlung muss allerdings regelmäßig, ca. alle 6 Monate, wiederholt werden. Die entstehenden Kosten liegen bei ungefähr 600 – 700 Euro pro Eingriff.

Laser gegen Schwitzen
Auch mittels einer Laser-Therapie kann ein Erfolg gegen das Schwitzen eingeleitet werden. Ebenso können Schweißdrüsen abgesaugt oder entfernt werden. Die Kosten für diesen Eingriff belaufen sich jedoch schnell auf bis zu 2.300 Euro.

[Bild: S. Hofschlaeger  / pixelio.de /flickr]