Werfen wir heute einen Blick ins Fernsehen, so begegnet uns in Filmen, Dokumentationen ja sogar Jugendserien ein zentrales Thema. Das Thema Vergewaltigung ist medial überall in den Unterhaltungsmedien präsent. Das erschreckt. Als Sex Magazin sehen wir diese Geschehnisse als sehr prekär und wollen uns mit kurzen Gedanken einmal dazu befassen. Letztendlich wollen wir als frisches Sex Magazin nicht einfach nur über die schönen Dinge des Lebens berichten, sondern auch über die negativen. Auch das gehört zum Sex dazu.

Vergewaltigung beliebter als Horror

In vielen laufenden Serien kommt es sogar öfters zur mehrfachen Vergewaltigungen. Ist eine Sache abgehakt und Opfer und Täter aufgedeckt, bietet sich bereits Platz für die nächste Szene. Das ist wirklich erschreckend. Leichtfertigt und ohne Scham setzten viele Produzenten auf das Thema Vergewaltigung. Gründe werden ebenso leichtfertig genannt. Es soll die Zuschauer aufklären und die tiefgehenden Folgen zeigen, so die Erklärung der Sender. In jeder Situation kommt es zu einem Happy End, das ist die Welt in diesen Filmen und Serien. Welche Worte soll man da noch finden. Da werden die schlimmsten Augenblicke, die ein Mensch erleben kann, medial als Serie produziert und von einer Folge in die nächste Folge getragen. In Filmen werden die Vergewaltigungsszenen sogar explizit in Langfassungen dargestellt und aus allen Perspektiven gezeigt. Der Zuschauer soll genau sehen, was das Opfer zu erleiden hat. Jede Träne und jede Gräueltat, die der Täter dabei vornimmt. Mittlerweile gibt es sogar regelrechte Vergewaltigungsfilme, die sich inhaltlich nur damit beschäftigen. Dieses Genre ist sogar beliebter als Horror Filme.

Vergewaltigung erzeugen hohe Quoten

Die Rechnung ist dabei wieder erneut erschreckend, aber für Produzenten und Sendeanstalten einfach. Vergewaltigungen ziehen Zuschauer an und bedeuten höhere Einschaltquoten. Unterm Strich kann Werbung also teurer in den Pausen verkauft werden und der Umsatz wird gesteigert. Längst hat der Film erkannt, Vergewaltigung ist ein Reizthema, bei dem der ausstrahlende Sender nur gewinnen kann. Entweder es erweckt eine Abscheu im Zuschauer (Wut, Hass, etc.), er bleibt aber dennoch am TV gefesselt und wartet auf ein hoffentlich positives Ende oder der Zuschauer wird erregt und frönt weiterhin dem Film. In Serien ein einträgliches Geschäft. Kann man Vergewaltigungsszenen doch über mehrere Wochen, manchmal sogar Monate tragen. Leidtragende sind die Opfer, die in der Realität so etwas erlebt haben. Denn hier wird das Thema Vergewaltigung massentauglich als Unterhaltung serviert und vollkommen verharmlost. In der Regel endet in Serien und Filmen jede Vergewaltigung mit einem Happy End der unterschiedlichsten Art. Von der Verurteilung des Täters bis hin zur persönlichen Rache in grausamen Zügen. Das Opfer trägt körperliche und seelische Blessuren davon, fällt aber danach in ein Reich aus Sicherheit und Geborgenheit. Das hat mit der Wirklichkeit aber nichts zu tun. Die Realität spielt sich ganz anders ab. Selbst in Horrorfilmen hat man die Wirkung von Vergewaltigungsszenen schnell erkannt. Der Zuschauer baut eine Art seelische Verbindung auf.

Oft lassen sich Täter und Opfer klar erkennen und begrenzen. Wut, Hass und Ohnmacht begleiten den Zuschauer im weiteren Film. Bei manchen ist es aber auch pure Erregung. Und genau darauf wird gesetzt. Denn egal welches Gefühl auch immer erzeugt wird, es bindet den Zuschauer. Was den Zuschauer bindet, bedeutet Umsatz. Ob etwas verwerflich erscheint ist nicht mehr die Frage. An Mord und Totschlag haben wir uns gewöhnt. Das bindet und nicht mehr. Wissenschaftler fanden sogar heraus, dass Mord im TV Müde macht. Es ist langweilig. Vergewaltigung nicht, dieses Thema ist so präsent, das es sich in jeder Verpackung verkaufen lässt. Warum in vielen Filmen Vergewaltigung Szenen oft in so brutalen Einzelheiten über Minuten gezeigt wird, ist unbegreiflich, doch für Filmproduzenten ein willkommenes Geschäft.

Über Vergewaltigung diskutieren

Gelegentlich sind im Internet in Foren sogar regelrechte Diskussionen entbrannt, wo die brutalsten Szenen einer Vergewaltigung gezeigt werden. Offen unterhält man sich dann über Einzelheiten. Die Macher des Filmes erfreut das natürlich. Denn auch das bedeutet Umsatz. So wird das Schlimmste für viele Opfer einfach zum Umsatzbringer erklärt. Schicksale interessieren nicht mehr, Hauptsache diese können vermarktet werden. Das zeigte sich auch, als das Thema  im realen Leben wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gelang. Erinnern wir uns an die Vorfälle in Indien. Die Vergewaltigung in Indien, Ein Vorfall, der –so muss man leider sagen- ständig dort vorkommt. Auch in dieser Brutalität. Warum nun diese Vergewaltigung so stark in die Medien gesetzt wurde, ist nicht bekannt. Fakt ist aber, auch das muss man erschreckenderweise sagen, die Medien haben in diesen 2 Wochen gut daran verdient. Nach Ablauf der 14 Tage war das Thema auch abgehakt. Ein neues Thema musste gefunden werden. Seitdem interessiert sich keine Zeitung mehr dafür. Die Vergewaltigungen gehen jedoch ungehindert in dem Land weiter. Das Gute siegt nicht, wie man uns gerne im Film weiß machen will.

Kann man überhaupt über das Gute bei solchen Szenen sprechen?

Immer brutaler

Sex ist das Schönste auf der Welt. Jeder Mensch sollte diese Gefühle nach seinen Wünschen in einer großen Vielfalt ausleben können. Vergewaltigungen gehören jedoch nicht dazu. Doch die freie und beinahe menschenunwürdige Darstellung in Filmen verschönt die Sache. Psychologen sagen sogar, der Reiz würde durch solche Filme besonders geweckt werden. Psychologische Hintergründe fließen in jeden Film bewusst  mit ein. Der Zuschauer soll solange wie möglich an einen Film gebunden werden und vielleicht auch eigene Fantasien entwickeln. Daher sind Szenen über Vergewaltigungen, die sich teilweise über 10 oder 20 Minuten ziehen können, keine Seltenheit mehr. Das, was früher in Filmen zensiert wurde, wird heute offen gezeigt. Zensur ist sicherlich immer fraglich. Doch wenn Produzenten bewusst Vergewaltigungen in den Blickpunkt setzen um mehr Umsatz zu erreichen ist es vielleicht doch eine Diskussion wert. Besonders dann, wenn offen eine Schwärmerei für einzelne Darstellungen erzeugt werden sollen.

Sicherlich ist es ein Thema, das in den Blickpunkt unserer Gesellschaft gehört. Aber kein Thema, mit dem man auf eine solche leichtfertige Art und Weise umgehen sollte. Doch solange Vergewaltigungen derart hohe Zuschauerquoten garantieren, wird sich an diesem Bild nichts ändern. Da fällt ein Blick nach Bollywood schwer. Auch dort werden Vergewaltigungen gezeigt. In einer Kinovorstellung ging es dann soweit, das unzählige Männer aufstanden und applaudierten, als eine Frau im Film vergewaltigt wurde … Doch der Blick nach Indien ist vielleicht zu weit … Im Internet werden tagtäglich Sex Filme gesucht, speziell mit dem deutschen und polnischen Key Vergewaltigung …

 

Bild-Nachweise:
Hauptbild Piqs.de Martinak15
2. Bild mitte Pixelio.de  by M.E.
3. Bild Piqs.de by Coniaric