Wieder einmal sind in Wien die Narren losgelassen. Nein, es ist keine Karnevalszeit. Die Kinder des Regenbogens treiben es ziemlich bunt in den Straßen von Wien, Österreich. Schon traditionell findet einmal jährlich das Regenbogenfest statt. Um die Ringstraße zieht es viele an. Geworben wird für mehr Toleranz und Solidarität. Vor allem geht es um Homosexuelle und Transgender. Dieses Jahr erreichte die Parade Höhepunkte. Bei der 18. Veranstaltung waren Hochrechnungen zu Folge mehr als 150.000 Personen vor Ort. Das Motto unter dem Regenbogen lautete dieses Mal „United in Pride“.

Party mit politischem Hintergrund

Es herrschte wilde Partystimmung. Dennoch soll die Veranstaltung einen politischen Hintergrund bieten und bilden. Kritiker bezweifeln aber die Wirkung. Da viele Menschen, die diesen Themen kritisch gegenüberstehen, nur bunte Paradiesvögel erkennen können  und sich so in den Vorurteilen deutlich bestärkt sehen. Politische Themen der Veranstaltung sind Homophobie und damit die Gleichstellung. Gewürdigt wurde das Ganze von offizieller Stelle allerdings nur durch die Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.

Gleichstellung und Adoption

In vielen westlichen Ländern ist Homosexualität inzwischen zum normalen Straßenbild geworden, und längst als Strafbestand aus den juristischen Werken entfernt.  In Österreich stehen dennoch Themen wie Eheschließung und Adoption von Gleichgeschlechtlichen auf der Kippe. Auch die Diskriminierung am Arbeitsplatz soll deutlich eingeschränkt werden. Doch nicht alle Länder gehen so solidarisch und freundlich mit Homosexuellen um. Ganz im Gegenteil. In einigen EU-Ländern kommt es oft zu harten Auseinandersetzungen. Gleichgeschlechtliche Paare werden geschlagen und erniedriget. Die Behörden sehen weg. Schlimm ist die Situation auch in Russland. Öffentliche Reden über dieses Thema sind derzeit untersagt.

Regenbogen und Latex

Die Demonstranten erschienen gemäß dem Regenbogen in sehr bunten Kostümen und Latex Anzügen. Ob dieses allerdings wirklich der Sache förderlich ist, darf bezweifelt werden. Diese Gruppe kämpft gerade um Anerkennung. Mit paradiesischen Kostümen und Bodypainting auf teilweise nackter Haut dürfte die Akzeptanz bei Zweiflern jedoch weiter fallen. Am Samstag, den 15.06.13 startete die diesjährige Parade um 14:00 Uhr am Ring. Kritiker starteten eine Gegendemonstration. Dabei lässt sich wohl erahnen, dass diese Gegendemonstration bewusst in Kauf genommen wurde. Mittlerweile ist die Regenbogenparade eher eine Vergnügungsveranstaltung als weniger ein politisches Demonstrieren.

Artikelbild von Locken_Rock (Flickr)